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Altersgerechtes Bauen

Wer mit 30 Jahren ein Haus baut, denkt häufig nicht daran, wie es in weiteren 30 Jahren gegebenenfalls um die eigene Gesundheit geschehen ist. Kann man die steile Treppe noch erklimmen oder ist die Arthrose in den Knien bereits so weit fortgeschritten, dass man teilweise kaum noch eine Stufe gehen kann? Auch wenn es im jungen Alter oft unrealistisch erscheint, lohnt es sich, schon jetzt beim Bauen altengerecht zu denken.

Altersgerechtes und vorausschauendes Bauen. Quelle : flickr.com / mueritz
Altersgerechtes und vorausschauendes Bauen. Quelle : flickr.com / mueritz
 


Infrastruktur in der Umgebung beachten


Besonders für ältere Menschen ist es wichtig, dass sie sich nicht nur mit der Architektur des Hauses befassen, sondern auch das Umfeld und die Infrastruktur im Auge haben. Sind in der Nähe Geschäfte, die zu Fuß oder mit dem Bus erreichbar sind und in denen man alles für den Alltag erhalten kann? Auch der nächste Arzt sollte mit seiner Praxis nicht allzu weit entfernt sein, da Arztbesuche im Alter in der Regel häufiger ausfallen. Senioren, die gerne aktiv sind, sollten sich nach den Entfernungen informieren, die sie auf sich nehmen müssen, um Volkshochschule, Tanzschule, Cafés oder ähnlich zu erreichen. Kauft man sich ein Grundstück in einer Stadt, vermitteln breite Fußwege und viele Ampeln beim Spazierengehen ein sicheres Gefühl, sodass man sich in der neuen Umgebung wohlfühlen kann.

Eventualitäten beim Bau einplanen


Im Haus an sich sollten natürlich ebenfalls einige Anforderungen erfüllt werden, damit man sich auch noch im steigenden Alter frei bewegen kann. Hilfreich ist es, wenn man einen Bungalow baut und innerhalb der Ebene möglichst keine Stufen einplant. So kann man jedes Zimmer erreichen, selbst wenn man sich nur noch mit einem Rollator fortbewegen kann. Wählt man extrabreite Türrahmen, sorgt man für den seltenen Fall vor, dass man eines Tages nur noch im Rollstuhl sitzen kann.

In jedem Zimmer sollte außerdem ausreichend Platz sein, um sich frei bewegen zu können. Während sich ein junger Mensch noch problemlos um die eigene Achse drehen kann, sollten Rentner einplanen, dass sie hierfür früher oder später etwas mehr Platz benötigen.

Wohnungen oder Häuser für Senioren sollten außerdem mit besonders vielen Steckdosen versehen sein. So lassen sich an verschiedenen Stellen Lampen aufstellen und auch in trüben Wintertagen helles Licht erzeugen. Da Menschen im fortgeschrittenen Alter oft an Augenlicht einbüßen, ist ein gut ausgeleuchtetes Zimmer besonders wichtig, um Stolperfallen zu entdecken.

Einstiegshilfen in Badewanne oder Dusche, breite Treppen, an die zur Not ein Treppenlift montiert werden kann oder andere hilfreiche Details sollten nicht vernachlässigt werden. Wer ein solches altengerechtes Haus plant, kann einen spezialisierten Architekten aufsuchen, der die Planung übernimmt und weiß, worauf es im Alter ankommt. Liegt der Entwurf schließlich vor, findet man über einen Eigenheimrechner Angebote, über die man seinen Lebenstraum finanzieren kann. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (Kfw) sind zudem Fördermittel für altersgerechtes Umbauen erhältlich. Bedenken sollte man aber, dass die Laufzeit nicht zu lange dauert, damit man seine Rente möglichst lange ohne finanzielle Belastung in den eigenen vier Wänden genießen kann.

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Ergänzende Informationen
 Quelle: e.r.   
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