Ein Boden für Generationen
Parkett gehört zu den langlebigsten Bodenbelägen und kann bei guter Pflege über viele Jahrzehnte genutzt werden. Entscheidend sind dabei eine ausreichend starke Deckschicht, die passende Verlegeart und eine fachgerechte Renovierung.
- Parkett kann bei richtiger Pflege und Aufarbeitung viele Jahrzehnte halten statt ersetzt zu werden.
- Die Deckschicht ist entscheidend: 2,5 mm mehrfach schleifbar; ab 5 mm über 70 Jahre möglich.
- Massivholzdielen mit über 7 mm Nutzholz schaffen laut Verband 120 Jahre und mehr.
- Verlegung zählt: vollflächig verklebt hält tendenziell länger als schwimmend, bis zu 10 Jahre.
- Schonung im Alltag: Filzgleiter, Matte, saugen, nebelfeucht wischen; keine stehende Nässe.

Parkett kann Generationen überdauern
Wer in alten Burgen oder Schlössern aufmerksam auf den Boden schaut, entdeckt oft eindrucksvolle Beispiele für die besondere Langlebigkeit von Parkett. Viele dieser Holzböden wurden vor Jahrhunderten verlegt und sind noch heute erhalten. Entscheidend ist, dass sie regelmäßig gepflegt und bei Bedarf fachgerecht aufgearbeitet wurden. Genau darin liegt eine der großen Stärken von Parkett. Anders als viele Bodenbeläge muss es nach Jahren intensiver Nutzung nicht automatisch ausgetauscht werden. Mit der passenden Behandlung lässt sich seine Oberfläche immer wieder erneuern. Der Verband der deutschen Parkettindustrie weist deshalb darauf hin, dass modernes Parkett bei richtiger Pflege ebenfalls viele Jahrzehnte genutzt werden kann.

Die Deckschicht bestimmt die Lebensdauer
Für die Haltbarkeit spielt vor allem die oberste Holzschicht eine wichtige Rolle. Diese sogenannte Deckschicht kann bei einer Renovierung abgeschliffen und anschließend neu behandelt werden. Je stärker sie ausgeführt ist, desto häufiger lässt sich dieser Vorgang wiederholen. Nach Angaben des vdp kann bereits Parkett mit einer Deckschicht von 2,5 Millimetern mehrfach überarbeitet werden. Mehrschichtparkett mit mindestens fünf Millimetern Deckschicht kann sogar mehr als 70 Jahre halten. Noch größere Reserven bieten Massivholzdielen. Bei über sieben Millimetern bearbeitbarem Holz sind laut Verband Nutzungszeiten von 120 Jahren und mehr möglich. Voraussetzung bleibt eine regelmäßige Pflege und eine gelegentliche fachgerechte Auffrischung.

Auch die Verlegung macht einen Unterschied
Neben der Stärke des Holzes beeinflusst auch die Verlegeart die Lebensdauer. Nach Einschätzung von Parkettexperte Schmid kann fest mit dem Untergrund verklebtes Parkett tendenziell länger genutzt werden als schwimmend verlegter Boden. Der Unterschied kann sich über die gesamte Nutzungszeit auf rund zehn Jahre summieren. Damit zeigt sich, dass bereits bei der Planung wichtige Entscheidungen für die spätere Haltbarkeit getroffen werden. Wer langfristig denkt, sollte deshalb nicht nur auf Holzart, Optik und Format achten. Auch Aufbau und Verlegung verdienen Aufmerksamkeit. Eine fachgerechte Ausführung schafft die Grundlage dafür, dass der Boden später mehrfach renoviert werden kann und seine Qualität möglichst lange behält.

Renovieren statt vorschnell austauschen
Nach ein oder zwei Jahrzehnten intensiver Nutzung kann eine Auffrischung sinnvoll sein. Dabei ist nicht immer ein vollständiger Abschliff nötig. Häufig genügt es, die oberste Schicht leicht anzuschleifen und anschließend neu zu ölen oder zu lackieren. Dieses Verfahren wird als Recoating bezeichnet und erneuert vor allem die Schutzschicht, ohne unnötig viel Holz abzutragen. Erst wenn Kratzer oder andere Gebrauchsspuren tiefer in das Material reichen, empfiehlt sich ein umfassenderer Schliff. Fachbetriebe arbeiten dafür mit speziellen Schleifmaschinen. Anschließend erhält der Boden eine neue Versiegelung oder Ölung. Bei dieser Gelegenheit können farbige Öle oder Lacke auch genutzt werden, um die Optik des Parketts gezielt zu verändern.

Mit einfachen Maßnahmen lange schön
Im Alltag helfen bereits kleine Gewohnheiten dabei, die Oberfläche zu schonen. Filzgleiter unter Stühlen, Tischen und anderen beweglichen Möbeln verringern das Risiko von Kratzern. Eine Fußmatte im Eingangsbereich hält zudem einen Teil von Sand, Schmutz und kleinen Steinchen zurück, die sonst wie Schleifmittel auf dem Holz wirken können. Für die regelmäßige Reinigung empfiehlt sich zunächst das Saugen. Danach kann der Boden mit einem geeigneten Parkett Pflegemittel gewischt werden. Wichtig ist dabei, nur wenig Wasser zu verwenden. Schmid empfiehlt eine nebelfeuchte Reinigung. Stehende Nässe und Pfützen sollten vermieden werden, weil Wasser in das Holz eindringen und die Oberfläche auf Dauer schädigen kann.
Lange Nutzung schont auch Ressourcen
Die lange Lebensdauer macht Parkett auch aus ökologischer Sicht interessant. Ein Boden, der viele Jahrzehnte oder sogar mehr als ein Jahrhundert genutzt werden kann, muss entsprechend selten ersetzt werden. Dadurch sinkt der Bedarf an neuen Materialien und an Energie für die Herstellung weiterer Bodenbeläge. Beim Parkett kommt eine besondere Eigenschaft des Rohstoffs Holz hinzu. Während ein Baum wächst, nimmt er Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und speichert den darin enthaltenen Kohlenstoff im Holz. Diese Speicherung bleibt nach der Verarbeitung bestehen. Solange das Holz als Parkett im Gebäude genutzt wird, bleibt der Kohlenstoff darin gebunden. Bei sehr langlebigen Böden kann dieser Zeitraum viele Jahrzehnte oder im besten Fall sogar Jahrhunderte umfassen.
Parkett verbindet Wohnqualität mit einer außergewöhnlich langen Nutzungsdauer. Wer den Boden regelmäßig pflegt und bei Bedarf fachgerecht auffrischen lässt, kann seine Lebensdauer deutlich verlängern. Das schont Ressourcen, erhält den Charakter des Holzes und macht Parkett zu einer Lösung, die über viele Jahre hinweg Freude bereiten kann.

