Der Steingarten als Lebensraum für Pflanzen und Tiere

27.03.2023

Der Steingarten als Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Landschafts- und Gartenbauer unterscheiden deutlich zwischen Steingärten und Schottergärten. Meist ist ein Schottergarten eine mehr oder weniger tote Fläche, eher Schotterwüste als Garten. Bestenfalls fristen ein paar Koniferen ihr kümmerliches Dasein. Ein Steingarten, wenn er richtig angelegt wird, kann eine blühende Oase sein. Je größer der Anteil heimischer Pflanzen ist, umso mehr Insekten, Vögel und Eidechsen find hier ihren Lebensraum. Wir haben erfahrene Gartenbauer befragt, was beim Anlegen eines Steingartens beachtet werden muss.

Foto: pixabay.com
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Die Vorteile

Ein professionell angelegter Steingarten bietet mehrere Vorteile. Zu diesen Vorteilen gehören unter anderem:
  • Die Artenvielfalt in Flora und Fauna
  • Ein geringer Wasserbedarf bei Hitze
  • Ein überschaubarer Pflegeaufwand
  • Ist ganzjährig schön anzusehen

Die Sommer in Deutschland werden immer heißer. Vielerorts ist das Wasser im Juli und August bereits knapp. Braun verdorrte Rasenflächen sind kein schöner Anblick. Was liegt näher, als den Garten oder eine Teilfläche an die neuen Bedingungen anzupassen? Ein Steingarten versammelt Pflanzen, die einen eher geringen Wasserbedarf haben. Sie kommen mit dem veränderten Klima besser zurecht. Das bedeutet, es muss im Sommer weniger gegossen werden.

Gartenbauer kombinieren im Steingarten Pflanzen mit unterschiedlicher Wuchshöhe, die zu verschiedenen Zeiten blühen. Dadurch ergeben sich im Wechsel der Jahreszeiten stets neue Bilder, die zum Betrachten, Beobachten und Erfreuen einladen. Weil Steingartenpflanzen eher langsam wachsen, hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen. Hübsche Bodendecker lassen unliebsames Unkraut gar nicht erst Fuß fassen.

Die Lage

Damit ein Steingarten so natürlich wie möglich wirkt, begutachtet ein Gartenbauer zunächst die Lage des dafür ausersehenen Grundstücks. Ob hohe Bäume Schatten spenden oder die Sonne ungehindert auf die Fläche scheint, ist ebenso wichtig wie die geografische Lage. In sonnigen Hanglagen Süddeutschlands gedeihen andere Pflanzen, als im eher rauen Klima der Nord- und Ostseeküste.

Eine bereits vorhandene oder neu errichtete Trockenmauer lässt sich hervorragend als Steingarten nutzen. Hier muss nicht extra der Untergrund vorbereitet werden, da die Mauer auf natürliche Weise das Regenwasser ableitet. In den Nischen zwischen den Steinen finden Pflanzen, Insekten und sogar Eidechsen ein Zuhause.

Der Untergrund

Da die Steingartenpflanzen eher wenig Feuchtigkeit benötigen, muss das Regenwasser gut ablaufen können. Ein Gartenbauer wird den Untergrund vorbereiten, indem er eine etwa 20 bis 25 Zentimeter starke Drainageschicht anlegt. Dafür verteilt man auf der vorgesehenen Fläche größere Steine. Diese werden sinnvoll so gesetzt, dass sich kleine halbschattige Bereiche ergeben. Dort finden Pflanzen ein Zuhause, die keine pralle Sonne mögen.

Die Lücken zwischen den großen Steinen werden mit kleineren Steinen oder Splitt aufgefüllt. Sogar Bauschutt oder Bruchsteine können dafür genutzt werden. Der vorhandene Mutterboden muss vorher nicht abgetragen werden. Es sei denn, er findet an anderer Stelle bessere Verwendung. Zum Beispiel, um ein Hochbeet zu befüllen. Ansonsten wird der Steingarten gern leicht hügelig angelegt.

Die Pflanzenauswahl

Idealerweise wählt der Gartenbauer Pflanzen, die zu verschiedenen Jahreszeiten blühen. Dadurch wirkt der Steingarten stets einladend und lebendig.

Frühling

Die Grundlage jedes Steingartens sind blühende Polsterstauden. Sie bilden schnell zusammenhängende Teppiche und lassen Unkräutern keinen Raum zum Wachsen. Kombiniert mit niedrig wachsenden Frühblühern entfachen tausende winzige Blüten im zeitigen Frühling ein wahres Feuerwerk verschiedener Farben. Zu den beliebten Klassikern gehören:
  • Blaukissen
  • Polsterphlox
  • Walzenwolfsmilch
  • Steinkraut
  • Küchenschelle
  • Wilde Tulpen

Sommer

In den wärmsten Monaten des Jahres bilden die verblühten Polsterstauden große grüne Inseln. Die lockert der Gartenbauer optisch auf, indem höher wachsende Sommerblüher dazwischensetzt:
  • Zierlaucharten mit großen Kugelblüten
  • Duftende Kräuter (Lavendel, Salbei, Thymian)
  • Heimische Distelarten (Wilde Karde, Kugeldisteln)
  • Anspruchslose Stauden (Königskerze, Nachtkerze, Katzenminze)
  • Blühende Gräser (Perlgras, Silberährengras)

Herbst

Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, genießen wir den Anblick bunt gefärbter Blätter und Blüten. Im Steingarten bringen diese Pflanzen Farbe in den Herbst:
  • Zwergmispel
  • Enzian
  • Fette Henne

Andere Pflanzen, wie beispielsweise Frauenmantel, bezaubern auch außerhalb ihrer Blütezeit mit ihren wohlgeformten Blättern.

Winter

Damit der Steingarten auch im Winter Blicke auf sich zieht, setzen Gartenbauer gern immergrüne Klassiker ein, wie beispielsweise:
  • Schillergras
  • Zwergkiefer
  • Hauswurz und Mauerpfeffer

Baum oder Strauch?

Die immergrüne Zwergkiefer, andere Koniferen sowie Dickblattgewächse lassen den Steingarten zu jeder Jahreszeit lebendig erscheinen. Wenn der Platz es zulässt, darf gern auch ein größerer Baum oder Strauch den Steingarten überragen. Dafür empfehlen sich heimische Arten wie Kornelkirsche oder Felsenbirne. Beide lassen sich als Baum oder Busch ziehen. Mit ihren Blüten geben sie zahlreichen Insekten Nahrung. Die leckeren Früchte liefern uns Menschen wertvolle Vitamine. Sie lassen sich roh essen oder zu Marmelade verarbeiten.

Die Tiere

Wilde Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Falter werden den blühenden Steingarten gern als Nahrungsquelle erobern. Der Gartenbauer schafft hier ein Biotop, in dem kleine Amphibien, Reptilien und Insekten neuen Lebensraum finden. Käferarten wie die Feuerwanze mit ihrer leuchtenden rot-schwarzen Totenkopf-Zeichnung oder Blindschleichen, Kröten und Eidechsen begeistern nicht nur Kinder mit ihrem Anblick. Extra ein Insektenhotel aufzustellen, ist im Steingarten gar nicht notwendig. In den Ritzen zwischen den Steinen und unter den bodendeckenden Pflanzen finden diese Tiere Rückzugsorte, die gern angenommen werden.

Die Pflege

Wurde der Steingarten professionell vom Gartenbauer angelegt, überrascht er mit seinem geringen Pflegeaufwand. Gegossen wird fast nur im zeitigen Frühjahr, falls Regen oder natürliche Schneeschmelze ausbleiben. Werden verblühte Blütenstände rechtzeitig entfernt, lassen sich zahlreiche Pflanzen zur zweiten Blüte anregen. Auskunft darüber geben die Pflanzenporträts, Pflegeanleitungen oder der Gartenbauer des Vertrauens.

Tipp: Wird in der Mitte des Steingartens eine Sitzmöglichkeit aufgestellt, eröffnet der Weg dorthin ständig wechselnde Perspektiven. Und ganz nebenbei lässt sich Verblühtes entfernen, ohne dass es sich wie Gartenarbeit anfühlt.

Fazit

Der Steingarten ist eine wunderschöne, lebensreiche Alternative zur sterilen Rasenfläche oder mit Folie gegen Pflanzenbewuchs gesicherte Schotterwüste. Im Steingarten kann der Gartenbauer allen Jahreszeiten eine eigene Bedeutung verleihen. Durch das Einbringen von künstlichen Wasserquellen oder Trockenmauern kann der Lebensraum für Tiere gut ausgebaut werden. Eine fachgerechte Anlage und Pflege des Steingartens können somit zu einem blühenden und artenreichen Lebensraum führen, der nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt bedrohter Pflanzen- und Tierarten leisten kann. Indem Pflanzen und Tiere hier ein Zuhause finden, bleiben wir Menschen im Kontakt mit der Natur.

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