Highspeed-Internet in allen Räumen: So funktioniert Glasfaser im Haus

15.01.2026

Highspeed-Internet in allen Räumen: So funktioniert Glasfaser im Haus

Für immer mehr Bauherren wird der Glasfaseranschluss bis zur Haustür wichtig. Ähnlich wie ein Wasser- oder Stromanschluss sollte Glasfaser schon bald zum Standard gehören. Aber auch das schnellste Kabel nützt wenig, wenn die Verbindung auf dem Weg vom Keller ins Dachgeschoss ins Stocken gerät. Wenn die volle Bandbreite im Laptop oder Smart-TV ankommen soll, ist eine durchdachte Verkabelung im Haus unerlässlich. Dieser Punkt wird gern unterschätzt, gerade bei Sanierungen, dabei ist er die Basis für ein stabiles Internet in allen Zimmern.

Highspeed-Internet in allen Räumen: So funktioniert Glasfaser im Haus. Foto: pixabay.com
Highspeed-Internet in allen Räumen: So funktioniert Glasfaser im Haus. Foto: pixabay.com
Wer sein Eigenheim modernisieren will oder neu baut, sollte sich so früh wie möglich mit der Glasfaser Inhouse Verkabelung beschäftigen. Sie beinhaltet die Strecke vom Hausübergabepunkt bis zum Router und muss korrekt geplant sein, damit sich die Power des Glasfaseranschlusses auch tatsächlich nutzen lässt. Wer weiterhin auf veraltete Leitungen setzt, bremst moderne Glasfasertechnik schnell aus.

Vom Hausanschluss zur Steckdose

Der Weg des Signals startet am Hausübergabepunkt (HÜP), wo das Glasfaserkabel des Netzbetreibers in das Gebäude eintritt. Der HÜP befindet sich meist im Keller oder an der Außenwand. Von dort aus führt die Leitung dann zur Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose, die als Schnittstelle zwischen dem öffentlichen Netz und der Hausinstallation fungiert.

Von der Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose wird ein optisches Signal an das Optical Network Terminal gesendet und in ein elektrisches Signal umgewandelt, damit der Router es verstehen kann. Ab diesem Punkt können dann die Endgeräte einfach per Netzwerkkabel oder über WLAN angeschlossen werden.

Wer beispielsweise ein Einfamilienhaus besitzt, kann mit einer recht unkomplizierten Installation rechnen, während es in größeren Gebäuden sinnvoll ist, zusätzliche Leerrohre zu verlegen oder existierende Kabelkanäle zu nutzen. Auf diese Weise bleibt man flexibel, falls später weitere Leitungen nötig sind.

Welche Kabel braucht man im Haus?

Für normale Einfamilienhäuser reichen normalerweise moderne Netzwerkkabel völlig aus, um die volle Glasfaser-Geschwindigkeit nutzen zu können. Die gängigen Standards für die Hausverkabelung sind folgende:
  • Cat5e-Kabel stellen eine solide Basisausstattung dar und eignen sich für Geschwindigkeiten bis 1 Gbit/s.
  • Cat6- und Cat7-Kabel schaffen bis zu 10 Gbit/s und bieten erheblich mehr Leistungsreserven.
  • Die maximale Kabellänge beträgt rund 100 Meter, da bei längeren Strecken Signalverluste drohen.
Wer schon Netzwerkkabel im Haus hat, sollte vorsichtshalber prüfen, welcher Standard vorliegt. So sind ältere Cat5e-Kabel zwar funktionstüchtig, könnten in einigen Jahren aber nicht mehr ausreichend sein. Cat6- oder Cat7-Kabel sind normalerweise auch für zukünftige Anforderungen gerüstet. Wer sich unsicher ist, fragt den Fachmann.
Praktische Tipps für die Umsetzung. Foto: pixabay.com
Praktische Tipps für die Umsetzung. Foto: pixabay.com

Praktische Tipps für die Umsetzung

Vielleicht will man nicht sofort alle Räume verkabeln, aber es lohnt sich auf jeden Fall, Leerrohre vorzusehen, weil sie für maximale Flexibilität sorgen. Gerne wird auf ein sternförmiges System hingewiesen, bei dem alle Leitungen in einem zentralen Verteiler zusammenlaufen.

Am besten stellt man den Router in die Mitte des Hauses, damit das WLAN möglichst alle Räume erreicht. In größeren Gebäuden können Mesh-Systeme oder sogenannte Access Points helfen, Funklöcher zu vermeiden. Für den Schreibtisch oder das Heimkino lohnt sich dennoch ein Netzwerkkabel, das nicht nur für maximale Geschwindigkeit sorgt, sondern auch zuverlässiger als WLAN ist.

Experten-Tipp: Netzwerkdose nicht vergessen! Am besten plant man von Anfang an Netzwerkdosen in wichtigen Zimmern wie Arbeitszimmer, Wohnzimmer oder Schlafzimmer ein. Die Kosten sind bei der Erstinstallation relativ niedrig und bieten später viele Optionen.

Wer einen Neubau plant, denkt am besten gleich an die digitale Infrastruktur mit und profitiert langfristig. Das gilt übrigens nicht nur für das Internet, sondern auch für Smart-Home-Systeme oder vernetzte Heizungssteuerungen. Eine korrekte Hausverkabelung ist kein Hexenwerk, sondern erfordert lediglich etwas Voraussicht und eine korrekte Planung.
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “hausbau.net“)

Glasfaser bis ins Haus entfaltet ihr volles Potenzial nur mit einer durchdachten Inhouse-Verkabelung. Moderne Netzwerkkabel, clevere Leitungsführung und sinnvoll platzierte Netzwerkdosen sorgen dafür, dass Highspeed-Internet in allen Räumen stabil ankommt. Wer früh plant, schafft Zukunftssicherheit für Internet, WLAN und Smart Home.

Autor / Quelle: af.bl.