Wohnen im Alter: Umbau und Finanzierung planen

18.03.2026

Modernisierung im Alter

Viele Menschen wünschen sich, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben. Mit zunehmendem Alter rücken jedoch praktische Fragen rund um Umbau und Finanzierung stärker in den Fokus.

TL;DR - Das Wichtigste in Kürze
  • Rund zwei Drittel der Ü60 möchten im eigenen Zuhause bleiben – trotz altersbedingter Hürden.
  • 51% sehen Renovierungs-/Modernisierungsbedarf, 9% erheblichen; 13% energetische Sanierung nötig.
  • 58% könnten Umbau wohl selbst zahlen; knapp 40% nur teils/gar nicht aus eigenem Kapital.
  • Wenn Geld fehlt, würden 75% auf Maßnahmen verzichten; nur 16% würden einen Kredit aufnehmen.
  • Viele kennen die Kosten kaum: 15% konkret; ca. 20% rechnen mit 50.000 €+ Investition.
Älteres Paar sitzt entspannt in der Badewanne mit Handtüchern auf dem Kopf.
Komfort im Alltag wird im Alter zunehmend zu einer Frage guter Wohnanpassung. Foto: djd / Allianz / Abba - stock.adobe (KI-generiert)

Wunsch nach Verbleib im eigenen Zuhause

Das eigene Zuhause, vertraute Räume, gelebte Erinnerungen, für viele Menschen ist das Eigenheim mehr als nur eine Immobilie. Rund zwei Drittel der über 60-Jährigen in Deutschland möchten hier ihren Lebensabend verbringen. Doch wie realistisch ist dieser Wunsch, wenn Treppen, Bäder, Energietechnik oder der Zugang zum Haus den Anforderungen des Alters nicht mehr entsprechen? Und vor allem stellt sich die Frage, ob die finanziellen Mittel für notwendige Anpassungen ausreichen. Diesen Punkten ging eine Umfrage der Allianz Baufinanzierung unter mehr als 1.100 Immobilienbesitzern im Alter von über 60 Jahren nach.

Mehrheit sieht Modernisierungsbedarf

51 Prozent der Befragten beschreiben den Zustand ihrer Immobilie als renovierungs- oder modernisierungsbedürftig, neun Prozent sehen sogar erheblichen Handlungsbedarf. 13 Prozent halten eine energetische Sanierung für erforderlich. Nur knapp ein Viertel der Befragten gibt an, dass ihre Immobilie aktuell keinen Modernisierungs- oder Sanierungsbedarf aufweist. Damit zeigt sich, dass ein großer Teil der Eigentümer zwar im eigenen Haus bleiben möchte, gleichzeitig aber weiß, dass Anpassungen notwendig werden können.
Senioren prüfen gemeinsam Unterlagen am Tisch und planen Ausgaben.
Wenn Menschen dank einer Modernisierung länger im eigenen Zuhause bleiben könnten, sollten sie auch Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, falls die eigenen Mittel knapp sind. Foto: djd / Allianz / pikselstock - stock.adobe

Finanzielle Grenzen werden sichtbar

58 Prozent der Befragten gehen davon aus, Umbau oder Modernisierung sehr wahrscheinlich aus eigenen Mitteln finanzieren zu können. Knapp 40 Prozent jedoch könnten eine Renovierung oder einen Umbau nur teilweise oder gar nicht aus vorhandenem Kapital bestreiten. Wo das Geld nicht reicht, würden drei Viertel der Befragten auf Maßnahmen verzichten. Lediglich 16 Prozent würden dafür einen Kredit aufnehmen. „Wenn sich Barrieren abbauen lassen und dies den Menschen ermöglicht, länger im eigenen Zuhause zu bleiben, lohnt es sich, eine Finanzierungsmöglichkeit zu prüfen“, rät Rainer Hagenbucher, Leiter der Allianz Baufinanzierung.

Unklare Vorstellungen über Kosten

Die möglichen Sanierungsmaßnahmen reichen laut Umfrage vom Einbau eines Treppenlifts über einen barrierefreien Zugang bis hin zum Umbau des Badezimmers. Dennoch hat sich nur knapp die Hälfte der über 60-Jährigen bereits intensiver mit den Kosten solcher Maßnahmen beschäftigt. 29 Prozent besitzen lediglich eine grobe Vorstellung, 15 Prozent können den Investitionsbedarf konkret benennen. Etwa ein Fünftel derjenigen mit Kosteneinschätzung rechnet mit einem Investitionsvolumen von 50.000 Euro oder mehr.
Älterer Mann sitzt im Wohnzimmer und denkt über seine Wohnsituation nach.
Entscheidungen rund ums Wohnen betreffen oft mehr als nur das Gebäude, sondern die eigene Lebensplanung. Foto: unsplash / Vitaly Gariev

Typische Maßnahmen im Alter

Gerade Maßnahmen zur Barrierefreiheit gewinnen im Alltag an Bedeutung, etwa schwellenlose Zugänge, breitere Türen oder leicht erreichbare Technik. Auch energetische Anpassungen können eine Rolle spielen, beispielsweise im Zusammenhang mit Heizung oder Dämmung. Solche Veränderungen betreffen häufig zentrale Bereiche des Hauses und lassen sich daher selten mit kleinen Eingriffen lösen. Entsprechend steigen Umfang und Kosten der Maßnahmen, sobald mehrere Bereiche gleichzeitig angepasst werden müssen.

Finanzierungsmöglichkeiten für Best Ager

Wer das eigene Zuhause bereits abbezahlt hat und altersgerecht umbauen oder energetisch sanieren möchte, kann etwa mit dem BestAger Immobiliendarlehen der Allianz Kapital finanzielle Mittel erschließen. Dieses Modell richtet sich speziell an Menschen über 60 Jahren. Die Darlehensnehmer zahlen lediglich die Zinsen, während die Tilgung gegebenenfalls den Erben überlassen werden kann. Dadurch wird Liquidität geschaffen, ohne das gewohnte Wohnumfeld aufgeben zu müssen.
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “hausbau.net“)

Das eigene Zuhause gewinnt mit den Jahren oft noch mehr Bedeutung, weil Erinnerungen und Alltag dort zusammenfinden. Gleichzeitig verändert sich der Blick auf Komfort und Erreichbarkeit im Alltag. Frühzeitige Planung schafft Spielraum, statt später unter Zeitdruck entscheiden zu müssen. Besonders hilfreich ist es, Maßnahmen schrittweise zu denken und Prioritäten zu setzen. So bleibt Vertrautes erhalten und passt sich dennoch neuen Lebensphasen an.