Barrierefreiheit im Eigenheim: Wohnkomfort bis ins hohe Alter

Keine Schwellen und Barrieren, viel Platz und Entfaltungsraum – selbst mit Rollstuhl: So sehen altersgerechte Häuser und Wohnungen aus. Doch noch ist die Zahl an Immobilien mit vollständiger Barrierefreiheit in Deutschland gering. Wie können Senioren selbst aufrüsten? Wie sinnvoll ist ein Treppenlift für mehrstöckige Häuser? Und wie planen Familien von vorneherein ein schwellenloses Zuhause für die Zukunft?

Foto: © thyssenkrupp Home Solutions
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Barrierefreiheit in deutschen Häusern ist ausbaufähig

Schon eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte: Nur etwa zwei Prozent der Einfamilienhäuser und Wohnungen in Deutschland sind barrierefrei. Im Neubau-Bereich war es knapp ein Fünftel. Viele Objekte scheitern bereits an dem äußerlichen Zugang mit mindestens einer vorhandenen Stufe ohne Treppenlift. Ein barrierefreies Eigenheim bietet die Chance, mit Mobilitätseinschränkungen selbstbestimmt in den gewohnten vier Wänden zu leben.

Die Lösung: Entweder von Anfang an mit dem Ziel der Barrierefreiheit bauen oder das vorhandene Eigenheim nachrüsten und alters- sowie behindertengerecht umbauen. Im zweiten Fall muss bedacht werden, dass Aspekte wie ein Treppenlift Kosten verursachen, die jedoch häufig durch Förderungen getragen werden.

Barrierefreie Gestaltung des neu gebauten Eigenheims

Orientierung für die Planungsphase eines barrierefreien Hauses bietet die aktuelle Norm rund um das barrierefreie Bauen. Diese gibt vor, wie die Mindestmaße aussehen und welche Ausstattung nicht fehlen darf. Die Norm empfiehlt, den Bau möglichst auf eine Etage zu beschränken. So fehlt meist die Unterkellerung; stattdessen gibt es zusätzliche Hauswirtschaftsräume, etwa für die Heizung oder die Waschmaschine. Durch die ebenerdige Bauweise ist kein Treppenlift für einen Etagenwechsel erforderlich.

Wird ein zweigeschossiges Haus gewünscht – vielleicht, weil es sich bei den Bauherren um eine junge Familie mit mehr Platzbedarf handelt, – kann dieses zukunftsorientiert gestaltet werden. Die Etagen werden so konzipiert, dass sie im Zweifelsfall in zwei abgeschlossene Wohnungen aufgeteilt werden können. Das schafft Flexibilität und gleichzeitig die Möglichkeit, im Alter zusätzliche Mieteinnahmen zu verzeichnen. Alternativ sollte gleich ein Treppenlift mit einkalkuliert werden. Diesen gibt es sowohl für gerade als auch für kurvige Treppen. Der Treppenlift verbindet die Etagen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Foto: © thyssenkrupp Home Solutions
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Wichtig für Planer: Zunächst an die Umgebung denken

Die Basis für das barrierefreie Eigenheim bilden

  • ein stufenloser Hauseingang
  • eine einfache Zufahrt und Parkmöglichkeit
  • eine leicht zu pflegende Gartenanlage


Für den Hauseingang können Rampen genutzt werden. Eine Begradigung unebener Flächen und/oder der Einsatz rutschhemmender Materialien für die Zuwege erleichtern das Eintreten. Ein barrierefreier Auto-Stellplatz sollte mindestens 3,50 Meter breit sein – egal, ob Garage, Carport oder Parkplatz. Handelt es sich um eine Garage, empfiehlt sich das bequeme Handling mit einer Fernbedienung. Im Garten sollte auf jegliche Stufen verzichtet oder diese mit einem Treppenlift für den Außenbereich versehen werden. Für Spaß am Gärtnern im Seniorenalter sorgen Hochbeete und sicher befestigte Wege, die in alle Bereiche des Gartens führen.

Foto: © thyssenkrupp Home Solutions
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Extras für den maximalen Komfort

Die Innengestaltung verzichtet auf Türschwellen und setzt auf großzügige Räume, die im Rollstuhl problemlos zu bewältigen sind. Für die Einrichtung gilt: Einige Aspekte sollten gleich umgesetzt, andere können bei Bedarf hinzugefügt werden. So sollten im Badezimmer eine ebenerdige Dusche ohne Schwellen sowie höhenverstellbare Sanitäranlagen von Anfang an vorhanden sein. Andere Elemente können mit wenigen Handgriffen nachgerüstet werden:

  • Matten mit Rutschhemmung,
  • Haltegriffe in der Dusche,
  • Stauraum in gut erreichbarer (Sitz-) Höhe


In der Küche sollten Bauherren kurze Wege zwischen Arbeitsflächen und Küchengeräten anstreben. Die Ausrüstung könnte mithilfe von Liftsystemen flexibel in der Höhe verstellt werden, sodass Küchenarbeiten im Rollstuhl einfach zu erledigen sind.

Kosten, Fördermöglichkeiten und Zuschüsse für den barrierefreien Umbau

Die Kosten in der Bauphase eines barrierefreien Heims machen keinen wesentlichen Unterschied zur "herkömmlichen" Bauweise aus. Wer jedoch nachrüsten möchte – etwa mit einem Treppenlift oder höhenverstellbaren Sanitäranlagen – muss tiefer in die Tasche greifen. So kann ein Treppenlift Kosten von 4.000 bis 11.000 Euro verursachen. Der Preis hängt stark davon ab, ob es sich um eine gerade oder kurvige Treppe sowie um eine Treppe im Innen- oder Außenbereich handelt. Der Bad- oder Küchenumbau ist oft noch höherpreisig.

Wer schon jetzt an morgen denken und für das Alter aufrüsten möchte, kann sich an die KfW oder regionale Förderungsprogramme wenden. Barrierefreie Maßnahmen, darunter auch die Installation von einem Treppenlift oder die Badsanierung, werden je nach Fall mit bis zu 5.000 Euro bezuschusst. Fußt der Umbau hingegen auf einer bestehenden Mobilitätseinschränkung, ist die Pflegeversicherung der richtige Ansprechpartner. Liegt ein bestimmter Pflegegrad vor, ist auch hier ein Zuschuss von maximal 4.000 Euro pro Person für Treppenlift und Co möglich.

Foto: © thyssenkrupp Home Solutions
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Fazit: Von Anfang an barrierefrei zu planen, zahlt sich aus

Auch, wenn Alterseinschränkungen für junge Bauherren noch in weiter Ferne liegen mögen, lohnt sich eine konsequent barrierefreie Gestaltung des Eigenheims. Die Kosten unterscheiden sich nur unwesentlich von Baukosten für ein Haus ohne Barrierefreiheit, dafür sind spätere Investitionen oft im vier- bis fünfstelligen Bereich anzusiedeln. Ist es zu spät für einen Neubau, können für Bad, Küche oder Treppenlift die Kosten zum Teil von der KfW oder Pflegekasse getragen werden.


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