Wärmepumpe im Altbau senkt Kosten und steigert Effizienz

29.06.2026

Heizkostensenkung mit moderner Technik

Wärmepumpen können auch ohne umfangreiche Sanierung sinnvoll eingesetzt werden. Ein Praxisbeispiel aus Nordrhein-Westfalen zeigt, dass moderne Systeme selbst in älteren Gebäuden effizient arbeiten und die Energiekosten deutlich senken können.

  • Paar ersetzt Ölheizung (Baujahr 1973, 250 m²) durch Luft/Wasser-Wärmepumpe plus PV.
  • Im Altbau ohne große Hüllensanierung: berechnete Jahresarbeitszahl 3,5 (1 kWh Strom → 3,5 kWh Wärme).
  • Umfrage: 55 % modernisieren kaum; Wärmepumpe geht oft ohne große Sanierung, Heizkörper teils weiter nutzbar.
  • Installation der aroTHERM dauerte nur vier Arbeitstage – wenig Einschränkungen im Alltag.
  • Förderung bis 70 % möglich; mit PV ca. 50 % Strom selbst erzeugt, leise wie ein Kühlschrank.
Luft/Wasser-Wärmepumpe neben der Außenwand eines Einfamilienhauses mit Vorgarten.
Der Umstieg auf eine zukunftssichere Wärmepumpe ist im Altbau meist ohne umfassende weitere Sanierungen möglich. Foto: djd / Vaillant / Bernd Gabriel

Eigenheim mit Modernisierungsbedarf

Für Pia Bondke und Fabian Schiedeck aus Marienheide in Nordrhein-Westfalen stand fest, dass ihr Zuhause zwar viel Platz bietet und ein angenehmes Wohngefühl vermittelt, energetisch jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprach. Das Einfamilienhaus wurde bereits 1973 gebaut und verfügt über rund 250 Quadratmeter Wohnfläche. Über viele Jahre verrichtete eine Ölheizung zuverlässig ihren Dienst. Mit steigenden Energiekosten und dem Wunsch nach einer zukunftssicheren Lösung rückte jedoch die Frage nach einer modernen Heiztechnik immer stärker in den Fokus. Das Paar entschied sich deshalb für einen grundlegenden Schritt und ersetzte die alte Anlage durch eine Luft/Wasser-Wärmepumpe. Gleichzeitig wurde auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage installiert. Beide Komponenten ergänzen sich sinnvoll und bilden die Basis für eine effizientere Energieversorgung. Fabian Schiedeck erwartet dadurch deutlich niedrigere laufende Kosten und mehr Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Einfamilienhaus mit Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und Wärmepumpe im Außenbereich.
Das 1973 gebaute Einfamilienhaus ist dank Wärmepumpe und Photovoltaikanlage energetisch auf der Höhe der Zeit. Foto: djd / Vaillant / Bernd Gabriel

Wärmepumpe überzeugt auch im Altbau

Noch immer halten sich viele Vorurteile rund um den Einsatz von Wärmepumpen in älteren Gebäuden. Das Beispiel der Familie aus Marienheide zeigt jedoch, dass moderne Systeme auch in Bestandsimmobilien sehr gut funktionieren können. Entscheidend ist eine fachgerechte Planung, die auf die Eigenschaften des jeweiligen Gebäudes abgestimmt wird. Im konkreten Fall wurde eine berechnete Jahresarbeitszahl von 3,5 erreicht. Das bedeutet, dass aus einem Kilowatt elektrischer Energie etwa 3,5 Kilowatt Wärme entstehen. Für einen Altbau, bei dem keine größeren Maßnahmen an der Gebäudehülle vorgenommen wurden, ist das ein bemerkenswertes Ergebnis. Heizungsbauermeister David Neumann vom SHK-Meisterbetrieb Wirths GmbH bewertet diesen Wert entsprechend positiv und sieht darin einen Beleg für die Leistungsfähigkeit moderner Wärmepumpentechnik.

Frau betrachtet auf einem Smartphone die Verbrauchs- und Energiedaten einer Heizungs-App.
Die Hauseigentümer erwarten dank der Modernisierung eine Halbierung ihrer Heizkosten. Foto: djd / Vaillant / Bernd Gabriel

Viele Eigentümer modernisieren nur die Heizung

Die Erfahrungen des Paares decken sich mit den Ergebnissen einer repräsentativen Untersuchung. Demnach entscheiden sich zahlreiche Hausbesitzer für den Umstieg auf eine Wärmepumpe, ohne gleichzeitig umfangreiche Sanierungen am Gebäude vorzunehmen. Laut einer von Civey im Auftrag von Vaillant durchgeführten Umfrage haben 55 Prozent der befragten Eigenheimbesitzer ihr Haus gar nicht oder nur in geringem Umfang modernisiert. Das zeigt, dass der Wechsel auf eine Wärmepumpe nicht automatisch mit einer umfassenden energetischen Sanierung verbunden sein muss. In vielen Fällen lassen sich vorhandene Heizkörper weiterhin nutzen. Dadurch sinkt der Aufwand und die Investition bleibt überschaubar. Für viele Eigentümer ist genau das ein wichtiger Grund, sich mit einem Heizungstausch zu beschäftigen.

Schnelle Umsetzung mit überschaubarem Aufwand

Ein weiterer Vorteil liegt in der vergleichsweise unkomplizierten Installation. Während umfangreiche Modernisierungsprojekte oft über Wochen oder sogar Monate laufen, konnte die neue Heizlösung bei Pia Bondke und Fabian Schiedeck innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden. Die Fachleute benötigten für die Installation der Wärmepumpe vom Typ aroTHERM lediglich vier Arbeitstage. Dadurch hielten sich die Einschränkungen im Alltag in Grenzen. Gerade für Familien oder Berufstätige ist das ein wichtiger Aspekt. Hinzu kommt, dass moderne Wärmepumpen inzwischen technisch ausgereift sind und sich flexibel an unterschiedliche Gebäudetypen anpassen lassen. Das erleichtert den Umstieg und macht die Technologie auch für Eigentümer älterer Häuser attraktiv.

Außeneinheit einer Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus, im Vordergrund blühende Hortensien.
Moderne Wärmepumpen lassen sich auch in Bestandsgebäuden installieren und können mit Photovoltaikanlagen kombiniert. Foto: djd / Vaillant

Attraktive Förderung erleichtert die Investition

Neben den technischen Vorteilen spielte auch die finanzielle Unterstützung eine wichtige Rolle. Aktuell profitieren Eigentümer von besonders attraktiven Fördermöglichkeiten. Je nach Ausgangssituation und individuellen Voraussetzungen kann der Staat bis zu 70 Prozent der Investitionskosten übernehmen. Dadurch sinkt die finanzielle Belastung deutlich. Für viele Haushalte wird ein Heizungstausch erst durch diese Zuschüsse wirtschaftlich interessant. Gleichzeitig lassen sich die laufenden Energiekosten reduzieren, was die Investition zusätzlich unterstützt. Wer heute eine veraltete Heizungsanlage ersetzt, kann somit gleich von mehreren Vorteilen profitieren. Neben einer modernen Technik stehen langfristig auch bessere Kalkulierbarkeit und mehr Unabhängigkeit von schwankenden Brennstoffpreisen im Mittelpunkt.

Photovoltaik ergänzt das Heizsystem sinnvoll

Besonders interessant ist die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage. Bei Pia Bondke und Fabian Schiedeck werden rund 50 Prozent des benötigten Stroms selbst erzeugt. Dadurch steigt der Eigenverbrauch und ein Teil der Energie wird direkt vor Ort genutzt. Das reduziert die Abhängigkeit vom Strommarkt und verbessert die Wirtschaftlichkeit des gesamten Systems. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an extern bezogener Energie. Für das Paar spielt neben den finanziellen Vorteilen auch der Umweltgedanke eine wichtige Rolle. Hinzu kommt ein hoher Wohnkomfort. Die Wärmepumpe arbeitet sehr leise und erreicht eine Geräuschkulisse, die mit der eines Kühlschranks vergleichbar ist. Dass sich diese Technik zunehmend etabliert, zeigen auch die aktuellen Marktdaten. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie wurden im ersten Halbjahr 2025 in Deutschland erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft.

Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “hausbau.net“)

Die Energiewende wird zunehmend auch in bestehenden Wohngebäuden sichtbar. Moderne Wärmepumpen eröffnen vielen Eigentümern die Möglichkeit, ihre Heiztechnik zu erneuern, ohne gleich eine umfassende Sanierung anzugehen. Besonders interessant ist die Kombination mit Photovoltaik, die mehr Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen schafft. Damit rücken wirtschaftliche Vorteile und nachhaltiges Wohnen näher zusammen und machen klimafreundliche Lösungen für immer mehr Haushalte attraktiv.

Autor / Quelle: Vaillant GmbH / djd