Bestes Raumklima: Sanierung zum Effizienzhaus 55

25.02.2026

Bestes Raumklima

Aus einem energetisch überholten Haus kann ein zukunftsfähiges Zuhause entstehen. Eine konsequente Sanierung auf Effizienzhaus-Standard verbindet Klimaschutz mit modernem Wohnkomfort.

TL;DR - Das Wichtigste in Kürze
  • Haus von 1979 in 9 Monaten bis auf Grundmauern entkernt und auf Effizienzhaus-55 saniert.
  • Ausgangslage 2024: alter Ölkessel, ungedämmtes Dach, modrige Wände; 24 t Material entfernt.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe für 275 m², Fußbodenheizung; passives Kühlen über Erdreich im Sommer.
  • PV-Anlage mit knapp 10 kWp ergänzt Dämmung und Technik für dauerhaft niedrige Betriebskosten.
  • Komfortlüftung mit 2 Geräten: 291 m³/h, 18 Auslässe, 210 m Rohre; Sensorik, Filter, Enthalpie.
Modernisiertes Einfamilienhaus am Hang mit Balkon, großen Fenstern und Photovoltaikanlage auf dem Dach.
In Merzhausen bei Freiburg erfüllte sich Kostas Papadakis den Traum vom energieeffizienten Eigenheim. Innerhalb von nur neun Monaten wurde ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1979 bis auf die Grundmauern zurückgebaut und auf Effizienzhaus-55-Standard modernisiert. Foto: Zehnder

Vom Sanierungsfall zum Effizienzhaus 55

Vom betagten Ölbrenner zur modernen und nachhaltigen Wohlfühloase: In Merzhausen bei Freiburg hat sich Bauherr Kostas Papadakis den Traum vom energieeffizienten Eigenheim erfüllt. Innerhalb von nur neun Monaten wurde das Einfamilienhaus aus dem Jahr 1979 bis auf die Grundmauern zurückgebaut und konsequent modernisiert, und zwar auf Effizienzhaus-55-Niveau. Was zuvor energetisch und technisch am Ende war, präsentiert sich heute als durchdachtes Gesamtkonzept aus Dämmung, erneuerbarer Energie und intelligenter Haustechnik. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial selbst in vermeintlich überholten Bestandsgebäuden steckt.
Gegenüberstellung von entkerntem Wohnraum im Rohbau und modernisiertem, offen gestaltetem Wohnbereich mit sichtbaren Holzbalken.
Der direkte Vergleich zeigt, wie radikaler Rückbau und konsequente Planung aus dunklen Räumen ein lichtdurchflutetes Wohnkonzept machen. Foto: Zehnder

Radikaler Rückbau mit klarem Ziel

Beim Kauf im Jahr 2024 befand sich das Gebäude in einem Zustand, der wenig Spielraum ließ. Ein veralteter Ölkessel, ein ungedämmtes Dach, fehlende moderne Haustechnik sowie modrige Wände und dunkle Räume bestimmten das Bild. Doch als Geschäftsführer eines Planungsbüros für Gebäudetechnik erkannte Papadakis die Möglichkeiten. Das Haus wurde vollständig entkernt, bis auf die tragenden Wände zurückgebaut und neu aufgebaut. Insgesamt wurden 24 Tonnen Material und Bauschutt entfernt. Ziel war ein zukunftsfähiges Zuhause, in dem man langfristig und mit gutem Gewissen leben kann.
Helles Bad mit freistehender Wanne, Doppelwaschtisch, Dachfenster und großformatigen Fliesen.
Das flexible Flachovalrohr Zehnder ComfoTube flat 51 ermöglicht eine platzsparende Verlegung in abgehängten Decken oder dem Rohboden, während die Steigstränge mit dem Rundrohr Zehnder ComfoTube realisiert wurden. Foto: Zehnder

Wärmepumpe, Photovoltaik und Kühlung

Heute versorgt eine leistungsstarke Sole-Wasser-Wärmepumpe die rund 275 Quadratmeter Wohnfläche mit Wärme, verteilt über eine flächendeckende Fußbodenheizung. Im Sommer nutzt das System das Erdreich zur passiven Kühlung, indem es dessen natürliche Kühle ins Haus transportiert. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine Photovoltaikanlage mit knapp 10 kWp Leistung, die nachhaltigen Strom direkt vom eigenen Dach liefert. Diese Kombination aus effizienter Dämmung, erneuerbarer Energie und moderner Technik bildet das Fundament für dauerhaft niedrige Betriebskosten.
Vergleich von rohem Innenbereich mit freigelegten Leitungen und fertig saniertem Wohnraum mit großen Fensterflächen.
Die Transformation macht deutlich, welches Potenzial selbst stark sanierungsbedürftige Gebäude in sich tragen. Foto: Zehnder

Komfortlüftung als unverzichtbare Ergänzung

Mit der exzellenten Dämmung entstand jedoch eine neue Herausforderung. Die dichte Gebäudehülle verhindert nicht nur Energieverluste, sondern auch den natürlichen Luftaustausch. Regelmäßiges manuelles Lüften wäre im Alltag kaum realisierbar gewesen. Zu seltenes Lüften führt jedoch zu erhöhtem CO₂-Gehalt, belastet die Raumluft mit VOC aus Möbeln und Materialien und begünstigt Feuchteschäden sowie Schimmelbildung. Für Papadakis war daher klar, dass eine moderne Wohnraumlüftung integraler Bestandteil der Sanierung sein muss.
Zentrale Wohnraumlüftung mit Lüftungsrohren im Technikraum eines sanierten Einfamilienhauses.
Das größere der beiden Komfort-Lüftungsgeräte, Zehnder ComfoAir Q350 TR, versteckt sich im Technikraum der Hauptwohnung. Foto: Zehnder

Maßgeschneidertes Lüftungssystem von Zehnder

Gemeinsam mit dem Raumklimaspezialisten Zehnder aus Lahr wurde ein passgenaues System entwickelt. Zwei zentrale Komfort-Lüftungsgeräte versorgen Hauptwohnung und Einliegerwohnung autark mit Frischluft. Für die Gesamtfläche wurde eine Luftmenge von 291 Kubikmetern pro Stunde berechnet. Insgesamt 18 Luftdurchlässe und 210 Meter Lüftungsrohre Zehnder ComfoTube sorgen für eine effiziente Verteilung. Das flexible Flachovalrohr ComfoTube flat 51 wurde platzsparend im Boden und in abgehängten Decken verlegt, während Steigstränge mit dem Rundrohr ComfoTube 90 realisiert wurden. Die Geräte ComfoAir Q350 und ComfoAir 180 integrieren sich unauffällig in Technikraum und Einliegerwohnung.
Schlafzimmer mit großem Fenster, Blick ins Tal, Holzboden und schlichter Einrichtung.
Durch die Kälterückgewinnung sowie die Bypass Funktion der Komfort-Lüftungsgeräte in Kombination mit der Fußbodenkühlung ist es im Hause Papadakis auch im Sommer stets angenehm temperiert. Foto: Zehnder

Gesunde Luft, ganzjähriger Komfort

Die intelligenten Systeme erkennen per Sensorik die Belastung durch CO₂ und Feuchte und regulieren den Luftaustausch automatisch. Enthalpietauscher übertragen Wärme und Feuchte aus der Abluft hygienisch auf die Zuluft. So bleibt es im Winter behaglich ohne trockene Luft, im Sommer angenehm temperiert dank Bypass-Funktion und Kälterückgewinnung in Kombination mit der Fußbodenkühlung. Spezielle Pollenfilter halten Allergene zuverlässig zurück, sodass die Fenster ganzjährig geschlossen bleiben können. Für die Familie Papadakis bedeutet das ein durchgehend gesundes Raumklima, geschützte Bausubstanz und spürbar gesteigerten Wohnkomfort.
Resümee von Marinus Falkner (Redaktion “hausbau.net“)

Der Gebäudebestand birgt enormes Potenzial, das oft unterschätzt wird. Wer energetisch ganzheitlich denkt, spart nicht nur Energie, sondern schafft langfristige Planungssicherheit. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Dämmung, erneuerbarer Technik und intelligenter Steuerung. Gerade bei tiefgreifenden Sanierungen zeigt sich, wie wichtig ein klares Konzept von Anfang an ist. So wird aus einem Altbau kein Kompromiss, sondern ein Zuhause, das heutigen Ansprüchen an Effizienz und Komfort gerecht wird.