Liftlösungen für barrierearmes Wohnen im eigenen Zuhause

14.10.2026

Aufzug statt Auszug

Wenn Treppen im Alter zunehmend zur Hürde werden, muss das vertraute Zuhause nicht zwangsläufig aufgegeben werden. Individuell geplante Liftlösungen können bestehende Grundrisse weiterentwickeln.

  • Im Alter wird die vertraute Treppe oft zur Hürde – Bedarf an sicheren Lösungen im Zuhause.
  • Ammann & Rottkord aus Telgte entwickelt maßgefertigte Liftlösungen nach Gebäudesituation.
  • Fokus: Lift integriert sich funktional und optisch stimmig, ohne Hauscharakter unnötig zu verändern.
  • Mit Tischlerei Middendorf: kombiniertes Lift-Treppen-System für ein Haus aus den 60er-Jahren.
  • Barrierearmes Wohnen wird zunehmend früh geplant – für Flexibilität in späteren Lebensphasen.
Nahaufnahme einer älteren Person, die sich mit beiden Händen an den Griffen eines Rollators festhält.
Mit zunehmendem Alter können selbst vertraute Wege im eigenen Zuhause beschwerlicher werden. Barrierearme Lösungen helfen dabei, Beweglichkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Foto: Foto: epr / Ammann & Rottkord / Middendorf

Wenn die vertraute Treppe zum Hindernis wird

Es gibt diesen einen Moment, den viele Menschen möglichst lange verdrängen. Die Treppe im eigenen Haus, über Jahre oder Jahrzehnte ganz selbstverständlich genutzt, wird im Alter plötzlich zur Herausforderung. Zunächst ist es vielleicht nur ein kurzes Zögern, später der feste Griff ans Geländer und irgendwann die Frage, ob das vertraute Zuhause noch zur eigenen Lebenssituation passt. Genau an diesem Punkt kommt Ammann & Rottkord aus Telgte ins Spiel. Das Unternehmen verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der barrierearmen Umrüstung von Gebäuden und entwickelt Liftlösungen, die sich an den jeweiligen räumlichen Gegebenheiten sowie an den persönlichen Bedürfnissen der Bewohner orientieren.

Maßanfertigung statt Standardlösung

Bei Ammann & Rottkord steht deshalb nicht ein vorgefertigtes Produkt am Anfang, sondern die konkrete Situation im Gebäude. Wie lässt sich ein Lift sinnvoll integrieren, ohne den Charakter des Hauses unnötig zu verändern? Welche Wege sollen erhalten bleiben, welche baulichen Anpassungen sind tatsächlich erforderlich? Aus diesen Fragen entstehen individuelle Konzepte, die Funktion und Gestaltung miteinander verbinden. Die Liftlösungen sollen nicht nur den Alltag erleichtern, sondern sich auch optisch möglichst stimmig in das bestehende Wohnumfeld einfügen. Moderne, zeitlos elegante Gestaltungselemente sorgen dafür, dass Barrierearmut nicht wie ein nachträglicher Fremdkörper wirkt, sondern Teil einer durchdachten Weiterentwicklung des Hauses werden kann.

Innenraum mit schmaler Holztreppe und daneben eingebautem Hauslift mit dunkler Glastür.
Ein Lift kann auch nachträglich so in ein bestehendes Treppenhaus integriert werden, dass die vorhandene Treppe erhalten bleibt. Entscheidend ist eine passgenaue Planung, die bauliche Gegebenheiten und individuelle Bedürfnisse miteinander verbindet. Foto: Foto: epr / Ammann & Rottkord / Middendorf

Zusammenarbeit aus einer konkreten Lebenssituation

Wie praxisnah solche Lösungen entstehen können, zeigt ein gemeinsames Projekt mit der traditionsreichen Tischlerei Middendorf aus Münster. Die Idee für die Zusammenarbeit entstand nicht bei einer strategischen Planung, sondern direkt auf einer Baustelle. Zwei ältere Damen lebten in einem Haus aus den 60er-Jahren und wollten dort auch künftig wohnen bleiben. Die vorhandene Treppe war für sie jedoch nicht mehr ohne Weiteres nutzbar. Statt Lift und Treppe getrennt voneinander zu betrachten, entwickelten Ammann & Rottkord und Middendorf gemeinsam ein kombiniertes Lift-Treppen-System, das beide Elemente technisch und gestalterisch zu einer Einheit verbindet.

Die vorhandene Treppe bleibt Teil des Hauses

Gerade darin liegt ein wesentlicher Unterschied zu vielen klassischen Liftlösungen. Die bestehende Treppe muss nicht vollständig verschwinden. Sie kann schmaler ausgeführt oder an die neue Situation angepasst werden und bleibt damit weiterhin Teil des Gebäudes. Auch das Haus selbst wird nicht grundsätzlich umgebaut, sondern gezielt weiterentwickelt. Das wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, ist für die Bewohner jedoch entscheidend. Vertraute Strukturen bleiben möglichst weit erhalten, während gleichzeitig eine neue Möglichkeit geschaffen wird, unterschiedliche Ebenen sicherer und komfortabler zu erreichen. So entsteht eine Lösung, die sich nicht gegen den Bestand richtet, sondern ihn sinnvoll ergänzt.

Dreidimensionale Planungsskizze eines zweigeschossigen Innenraums mit Holztreppe und integriertem Hauslift.
Vor dem Umbau lässt sich das Zusammenspiel von Treppe, Lift und vorhandenen Raumstrukturen detailliert planen. So können notwendige Anpassungen frühzeitig berücksichtigt und beide Elemente zu einer funktionalen Einheit verbunden werden. Foto: Foto: epr / Ammann & Rottkord / Middendorf

Handwerk wird zum individuellen Systemkonzept

Mit solchen Projekten erweitert sich auch die Rolle der beteiligten Handwerksbetriebe. Statt einzelne Gewerke isoliert zu betrachten, entsteht ein gemeinsames System, bei dem Lift, Treppe und bauliches Umfeld von Anfang an zusammengedacht werden. Ein solches Vorhaben beginnt daher nicht mit einer Standardskizze, sondern mit einer genauen Bestandsaufnahme. Wo kann der Aufzug sinnvoll platziert werden? Was geschieht mit der vorhandenen Treppe? Müssen Türen versetzt oder Laufwege verändert werden? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich eine Lösung entwickeln, die technisch funktioniert und zugleich zur jeweiligen Wohnsituation passt.

Barrierearmes Wohnen frühzeitig mitdenken

Gleichzeitig verändert sich der Blick auf das Thema insgesamt. Barrierearmes Wohnen wird nicht mehr ausschließlich dann relevant, wenn Treppen bereits zum Problem geworden sind. Auch jüngere Bauherren und Modernisierer denken zunehmend voraus und berücksichtigen einen möglichen Aufzug schon bei Neu- oder Umbauten. Wer entsprechende Voraussetzungen frühzeitig einplant, schafft mehr Flexibilität für spätere Lebensphasen. Das eigene Zuhause kann sich dadurch leichter an veränderte Bedürfnisse anpassen. Projekte wie die Zusammenarbeit von Ammann & Rottkord und der Tischlerei Middendorf zeigen, dass es dabei nicht allein um Technik geht. Entscheidend ist, wie sich bestehende Architektur, handwerkliche Lösungen und die individuelle Lebenssituation sinnvoll miteinander verbinden lassen.

Resümee von Andrea Schaffeld (Redaktion “hausbau.net“)

Barrierearmes Wohnen beginnt oft mit der Frage, wie sich bestehende Gebäude sinnvoll an neue Lebensphasen anpassen lassen. Besonders überzeugend sind Lösungen, die Treppe und Lift gemeinsam denken und vorhandene Strukturen einbeziehen. So entsteht mehr Bewegungsfreiheit, während vertraute Räume und architektonische Elemente weitgehend erhalten bleiben.

Autor / Quelle: Ammann & Rottkord GmbH / epr