Wohnen im Urlaubsmodus: Bungalow mit L-Grundriss

23.02.2026

Wohnen im Urlaubsmodus

Ein Haus kann mehr sein als ein Ort zum Wohnen. Wenn Architektur bewusst entschleunigt, entsteht Raum für Alltag ohne Dauerstress.

TL;DR - Das Wichtigste in Kürze
  • Bungalow entschleunigt: alles auf einer Ebene, kurze Wege, klare Orientierung, weniger Stress.
  • Norddeutscher Holzbungalow als Kontrapunkt zur Klinkerumgebung, L-Grundriss und wohngesund.
  • Offenes, familiengerechtes Konzept ohne Keller: barrierefrei, fördert Miteinander und Begegnungen.
  • L-Form trennt privat und gemeinschaftlich; geschützte Terrasse und Dachverglasung bringen Licht.
  • Natürliche Materialien, Verzicht auf Schadstoffe: baubiologisch optimiert für gesundes Raumklima.
Heller Flur im Holzbungalow mit Dachfenster, hohen Wänden, Holzdetails und natürlichem Lichteinfall.
Tageslicht von oben und klare Linien schaffen Weite und unterstreichen das ebenerdige Wohnkonzept. Foto: Bau-Fritz

Entschleunigung als architektonisches Prinzip

Entschleunigung als Grundriss, weniger Stress, mehr Leben. Ein Bungalow zwingt nicht zur Eile, weil er keine Ebenen trennt und keine Wege unnötig verlängert. Die Architektur selbst entschleunigt, indem sie Orientierung schafft und Bewegung vereinfacht. Alles ist nah, übersichtlich, klar strukturiert. Räume gehen fließend ineinander über, ohne Hektik zu erzeugen. Man lebt bewusster, genießt mehr, fast wie im Urlaub. Statt funktionieren heißt es hier ankommen, jeden Tag aufs Neue. Dieses Wohnkonzept schenkt eine Ruhe, die nicht inszeniert wirkt, sondern selbstverständlich Teil des Alltags wird.
Eingeschossiger Holzbungalow mit L-Grundriss, Holzfassade und geschützter Terrasse im Garten.
Die L-Form des Bungalows umschließt eine großzügige Terrasse – ein geschützter Rückzugsort, der von zwei Seiten betreten werden kann und sofort Urlaubsstimmung weckt. Foto: Bau-Fritz

Holzhaus mit norddeutschem Charakter

Die geliebte Gemütlichkeit einer Holzhütte wurde als Bungalow mit L-Grundriss in wohngesunder Bauweise neu interpretiert. In einem norddeutschen Wohngebiet mit klassischer Klinkerarchitektur setzt der eingeschossige Holzbungalow einen bewussten Kontrapunkt. Das Einfamilienhaus von Christoph und Svea Stanek mit ihrem Sohn Pius zeigt, wie zeitgemäßer Holzbau auch im Norden architektonisch überzeugend umgesetzt werden kann. Der Wunsch nach einem Holzhaus entstand während der Studienjahre des Bauherrn in Innsbruck. Dort lernte er die besondere Atmosphäre alpiner Holzbauten schätzen, die Wärme, Schutz und Offenheit zugleich vermitteln.
Holzbungalow mit grauer Holzverschalung in norddeutschem Wohngebiet mit Klinkerhäusern.
Zwischen klassischer Klinkerarchitektur setzt der Holzbau einen ruhigen, modernen Akzent im Quartier. Foto: Bau-Fritz

Erinnerungen an alpine Hütten

Schöne Momente in den Hütten der nahegelegenen Skigebiete sollten im neuen Zuhause im Norden spürbar bleiben. Ziel war ein ebenerdiges, offenes und familiengerechtes Wohnkonzept ohne Keller, das Großzügigkeit, kurze Wege und ein gesundes Raumklima vereint. Der Verzicht auf mehrere Geschosse schafft nicht nur Barrierefreiheit, sondern fördert auch das Miteinander. Räume liegen auf einer Ebene, Begegnungen entstehen selbstverständlich. Das Haus versteht sich nicht als repräsentatives Objekt, sondern als lebendiger Ort für den Alltag einer Familie.

L-Grundriss mit geschützter Terrasse

Nach außen fügt sich der Bungalow mit senkrechter Holzverschalung und zurückhaltendem Dachüberstand ruhig in die Umgebung ein. Im Inneren überrascht das Haus mit Weite und Helligkeit. Verantwortlich dafür ist der L-förmige Grundriss, der das Gebäude klar in private und gemeinschaftliche Bereiche gliedert. Gleichzeitig entsteht eine geschützte Terrasse, die von zwei Seiten zugänglich ist und als Erweiterung des Wohnraums dient. Eine Dachverglasung bringt zusätzliches Tageslicht in den Flur und sorgt für ein lebendiges Spiel aus Licht und Schatten im Tagesverlauf.
Offener Wohn- und Essbereich mit sichtbarer Holzdecke, Kücheninsel und großen Fenstern zum Garten.
Die bis ins Dach offene Gestaltung mit heller Holzdecke stärkt das Gefühl von Großzügigkeit und entspannter Gemeinschaft. Foto: Bau-Fritz

Offene Räume und natürliche Materialien

Der breitere Gebäudeteil nimmt Schlaf- und Kinderzimmer sowie die Bäder auf, während der längere Hausteil dem gemeinschaftlichen Leben mit Kochen, Essen und Wohnen gewidmet ist. Die bis ins Dach offene Gestaltung mit sichtbarer Holzdecke aus weißer Tanne verstärkt das Gefühl von Großzügigkeit. Die natürliche Maserung des Holzes prägt die Atmosphäre und verleiht den Räumen Wärme. Trotz des Verzichts auf einen Keller entsteht über geschickt integrierte Nebenräume zusätzlicher Stauraum, sodass Funktionalität und Offenheit miteinander vereinbar bleiben.

Wohngesund bauen mit Verantwortung

Ein hoher Anteil natürlicher Materialien und der konsequente Verzicht auf schadstoffbelastete Baustoffe sichern dauerhaft eine hohe Wohnqualität. Als Mediziner legte der Bauherr besonderen Wert auf eine baubiologisch optimierte Bauweise. Realisiert wurde das Haus von Baufritz mit einem klaren Fokus auf wohngesunde Materialien und ein ausgewogenes Raumklima. So verbindet der Bungalow architektonische Klarheit mit gesundheitlicher Verantwortung und schafft einen Ort, an dem Entschleunigung nicht nur ein Anspruch bleibt, sondern täglich erfahrbar wird.
Resümee von Andrea Schaffeld (Redaktion “hausbau.net“)

Ebenerdiges Wohnen steht für Klarheit und Alltagstauglichkeit. Wer auf verschachtelte Wege und unnötige Ebenen verzichtet, gewinnt Struktur und Ruhe. Ein durchdachter Grundriss kann dabei mehr bewirken als jede Einrichtung, weil er Bewegungen lenkt und Begegnungen fördert. Besonders stark wirkt ein Konzept, das Natürlichkeit und gesunde Materialien selbstverständlich integriert. So entsteht ein Zuhause, das nicht nur funktional überzeugt, sondern langfristig Energie spart und Lebensqualität schenkt.

Autor / Quelle: Bau-Fritz GmbH & Co. KG